„Wie wollen wir in Zukunft unser gesellschaftliches Leben gestalten, was sind unsere Maßstäbe, nach denen wir unser Handeln ausrichten? Und was können wir zur Beantwortung dieser Frage beitragen?“, das sind zentrale Themen von Roland Preußl, seit Herbst neuer Geschäftsführender Bildungsreferent bei der Katholischen Erwachsenenbildung Regensburg Stadt e.V. (KEB). Zum Start des neuen KEB Herbst-/Winterprogramm 2016/2017 stellt er sich und das aktuelle Programm vor:

Interview

Sie haben nach Ihrem Studium der Theologie und der Philosophie den Schritt in die Erwachsenbildung getan. Was hat Sie dazu bewegt?
„Ich möchte bei der Katholischen Erwachsenenbildung hier in Regensburg das im positiven Sinn Katholische hervorheben, das uns als KEB auch auszeichnet. Denn so kann beispielsweise die katholische Soziallehre in den verschiedensten Lebenslagen und -fragen Menschen begleiten und heilsame Lösungsansätze aufzeigen“, erklärt der Bildungsreferent. „Aber dies natürlich ohne religiösen Druck und dem erhobenen Zeigefinger, sondern im gesellschaftlichen Diskurs.“

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Welche Fragen wären das?
„Zum Beispiel: Warum ist es im wahrsten Sinne des Wortes NOT-wendig, dass wir Menschen helfen? Warum ist es wichtig, dass Arbeit so bezahlt wird, dass wir davon ohne staatliche Zusatzleistungen leben können, oder dass Eigentum auch gesellschaftlich verpflichtet.“, so Roland Preußl. „Zudem ist mir auch der Dialog der christlichen Konfessionen und der interreligiöse Dialog ein Herzensanliegen.“

Gute Zusammenarbeit

Worauf wollen Sie in Zukunft Ihr Augenmerk legen?
„Zunächst auf eine fruchtbare und gute Zusammenarbeit der KEB mit den Pfarreien und den ehrenamtlichen Mitarbeitern. Ich lege Wert auf eine Ehrenamtskultur der Wertschätzung. Durch unsere Arbeit möchte ich die Stadtpfarreien stärken, so dass beide Seiten die Synergieeffekte nutzen können. Ebenso möchte ich mit unseren Kooperationspartnern und Referenten, wie dem Evangelischen Bildungswerk, durch eine vertrauensvolle geschwisterliche Zusammenarbeit positive Signale in der Bildungsarbeit und in unserer Stadt setzen.“ erklärt der KEB Geschäftsführer.

FAMILIENBILDUNG UND M.E.H.R.

Die Abteilung „FAMILIENBILDUNG UND M.E.H.R.“ der KEB bietet diesen Herbst und Winter in bekannter Weise die unterschiedlichsten Veranstaltungen für alle Generationen an. Wieder im Programm sind die beliebten Reihen „Regensburg für Regensburger“ und „Rengschburg: Meine Wurzeln – mei Stadt – mei Heimat“. Besonders wichtig ist auch die Begleitung junger Eltern, wie zum Beispiel mit dem „FamilienTeam“. Außerdem gibt es ein umfangreiches Programm für Eltern und Kinderunter anderem in Kooperation mit dem Walderlebniszentrum.

An die Ränder

Haben Sie schon ein konkretes Projekt?
„Ja, die KEB möchte den Studierenden der Theologie ein Förderkonzept anbieten. Die jungen Theologen beschäftigen sich mit aktuellen Themen und sind hochengagiert. Wir können sie dabei unterstützen und ihnen in der Erwachsenenbildung ein Forum bieten, ihre Arbeiten einer Öffentlichkeit vorzustellen. Beide Seiten werden davon profitieren.“
Welches ist Ihr Ziel als Bildungsreferent?
„Wir als katholischer Bildungsträger sollten, wie es uns Papst Franziskus aufgetragen hat, an die Ränder der Gesellschaft gehen. Hierfür ist es wichtig, zunächst genau hinzusehen, wo in Regensburg die „Ränder“ sind, an die Menschen gedrängt und mit ihren Problemen oft nicht wahrgenommen werden. die dortigen Probleme aufgreifen und den Sozialprinzipien folgend, Menschen begleiten, für sie da sein und mit Ihnen – auch im Bereich der Erwachsenenbildung – Antworten auf ihre Fragen suchen.“, meint Roland Preußl.
auf dem Foto oben von links: Wolfgang Stöckl, Bischöflicher Beauftragter für Erwachsenenbildung und Leiter der KEB im Bistum Regensburg, Roland Preußl, seit Sepember Geschäftsführender Bildungsreferent der KEB Regensburg Stadt e.V., Dr. Judith Helmig (hinten), 1. Vorsitzende der KEB Regensburg Stadt e.V., Karin Hebauer (vorne), 2. Vorsitzende der KEB Regensburg Stadt e.V. und Gerhard Haller, Geschäftsführer der KEB im Bistum